Veröffentlicht
vor 3 Monate, 3 Wochen
Schädlinge im Haus: Das grosse Krabbeln
Käfer und Motten stehen auf keiner Gästeliste. Trotzdem tummeln sie sich fast überall. Auch ohne Chemie lassen sich die lästigen Eindringlinge vertreiben.

Insektizide verpesten die Luft

List und Tücke statt Giftspritze

Ein Weibchen, 250 000 Nachkommen
Wer bereits Schäden festgestellt hat, sollte beherzt eingreifen. Warum das wichtig ist, verdeutlicht die Fruchtbarkeit des Kornkäfers, der sich schon im alten Ägypten in Getreidespeichern tummelte. Ein einziges Kornkäferweibchen kann in einem Jahr drei Populationen hervorbringen. Das sind bis zu 250 000 Tierchen, die stolze 6 Kilogramm Getreide vertilgen. Breit macht sich diese Rüsselkäferart dort, wo ganze Getreidekörner lagern, auch in Privathaushalten.Tipp: Wenn Sie Kornkäfer sichten, sollten Sie sie mit dem Staubsauger aufsaugen, zertreten oder brutal mit kochendem Wasser überbrühen. So können Sie auch andere Fieslinge einfach beseitigen, etwa die wesentlich häufigeren Speck- und Teppichkäfer. Entsorgen Sie Staubsaugerbeutel und befallene Vorräte sofort in die Mülltonne.
Schlupfwespen helfen
Ist dem Problem so nicht beizukommen, naht Hilfe aus der Natur in Gestalt nützlicher Tierchen, der Schlupfwespen. Aus klitzekleinen, auf Pappstreifen geklebten Eiern schlüpfen zuhause Wespen. Sie spüren die Schädlingseier, so etwa von Motten, treffsicher auf und legen dort selbst ihre Eier ab. Daraus erwachsen für Menschen harmlose, winzige Wespen, die die Brut einfach abtöten. Keine Bange, nach der Mottenplage droht keine Wespenplage. Ohne Futter stirbt der Nützling nach sechs Tagen. Je nach Schädlingsart helfen verschiedene Schlupfwespen. Trichogramma evanescens ist scharf auf Lebensmittelmotten. Lariophagus distinguendus spürt versteckte Käferlarven auf.Schädling identifizieren
Deshalb ist es wichtig zu wissen, welches Tier sein Unwesen treibt. Auch um nötigenfalls doch einen professionellen Schädlingsbekämpfer anzuheuern, etwa bei Bettwanzen oder Kakerlaken. „Findet jemand eine Schabe, ist das die, die kein Versteck mehr gefunden hat, also Alarmstufe 1“, weiß Diplom-Biologin Sabine Prozell von der Biologischen Beratung in Berlin. Schaben können Krankheiten übertragen. Milde ist da fehl am Platz.